Was es braucht, um im Jahr 2020 ein B&B zu betreiben

Ein Wandbild in Dublin, Irland stellt Doc dar, wie er Marty McFly warnt: „Was immer du auch machst, gehe nicht ins Jahr 2020“. Weiser Rat für jeden Reisenden. Rat, dem wir mit Sicherheit zustimmen. Aber uns, die wir hier ohne Zeitmaschine stecken geblieben sind, bleibt nichts anderes übrig als für bessere Zeiten in der Zukunft zu planen.

Natürlich erfordert Planung in der Regel eine Menge Voraussicht, basierend auf Marktanalysen oder historischen Prognosen. Ansonsten wäre es reine Spekulation und nichts als ein Ratespiel.

In der Tourismusindustrie stellt sich also die Frage, wie man die zusätzlichen Kosten, die die Pandemie mit sich bringt, auffangen soll während man sich auf eine ungewisse Zukunft vorbereitet.

Die Kosten von Covid-Maßnahmen

Im Großen und Ganzen sind die Maßnahmen, die zur Bekämpfung der Ausbreitung von Covid-19 ergriffen werden, weltweit ähnlich. Viele B&Bs sind jedoch einfach nicht dazu in der Lage, das erforderte Social-Distancing umzusetzen. Hinzu kommen die zusätzlichen Betriebskosten für eine Branche, die es bereits vorher schwer getroffen hat. Deswegen mussten viele Unternehmen Änderungen vornehmen – zum Beispiel wie die folgenden:

  • Schließen von Gemeinschaftsräumen und Aufenthaltsbereichen.
  • Einsetzung von zusätzlichem Personal oder längere Arbeitszeiten, um strengere Hygienestandards zu erfüllen.
  • Anschaffung von Covid-Beschilderung für Gäste.
  • Wegräumen von Dingen wie Bücher und Zeitschriften.
  • Streichen von Frühstücksbuffets.
  • Implementierung digitaler Technologie zur Verringerung des direkten Kontakts zwischen Gästen und Mitarbeitern.
  • Anbieten von Masken und Desinfektionsmittel sowie einmalig verwendbaren Hygieneartikel.
  • Zusätzliche Schulungen für das Personal zur Covid-Bekämpfung.
  • Sicherstellung, dass die Mitarbeiter Zugang zu Schutzanzügen und anderen Geräten haben.

Im Englischen gibt es das Sprichwort: Ein leichter Geldbeutel ist ein schwerer Fluch. („A light purse is a heavy curse“.) Wenn es dir schwer fällt, die zusätzlichen Kosten zu decken, haben wir einige Vorschläge für dich:

Wenn man kein Geld verdienen kann, muss man Geld sparen…

Es ist genauso offensichtlich, wie wahr. Untersuche alle Möglichkeiten, wie du Kosten senken und Geld sparen kannst. Schaue dir deine Fixkosten an und überlege, welche davon gestrichen werden können. Vielleicht ist es das Marketing oder übermäßige Ausgaben für Betriebsmittel. Vielleicht kommst du mit weniger Personalstunden aus oder kannst weniger Geld für deine Hotelsoftware ausgeben. Sirvoy, zum Beispiel hat vor kurzem die monatliche Gebühr auf winzige 9 Euro pro Monat reduziert, um kleineren Unternehmen wie B&Bs und Pensionen zu helfen. All diese kleinen Dinge machen auf lange Sicht einen großen Unterschied.

Inmitten jeder Krise liegt eine große Möglichkeit…

Albert Einstein

… oder Geld investieren

Es mag kontraproduktiv klingen aber viele B&B-Besitzer bereiten sich auf die Zukunft vor, indem sie jetzt Geld ausgeben. Für diejenigen, die zum Beispiel eine Sanierung starten oder beenden möchten, könnte jetzt der perfekte Zeitpunkt sein. Während das Geschäft ruhig ist, warum nicht die Vorteile einiger unschlagbarer Rabatte nutzen, die von vielen Möbellieferanten und Innenarchitekten angeboten werden? Viele Geschäfte haben die Kosten um bis zu 70% gesenkt, um überschüssige Lagerbestände, die während der Pandemie angehäuft wurden, zu verringern und neue Geschäfte zu generieren.

Versuche Zahlung aufzuschieben

Wenn du wirklich Schwierigkeiten hast über die Runden zu kommen, sprich mit deinen Lieferanten. Vielleicht gibt es die Möglichkeit gewisse Zahlung aufzuschieben. Viele von ihnen haben momentan wahrscheinlich mehr Mitgefühl als sonst, da sie entweder im selben Boot sitzen oder mit vielen anderen Kunden zu tun haben, die sich in der gleichen Situation befinden.

Hol dir staatliche Zuschüsse

Die meisten Regierungen stellen im Rahmen ihrer Wirtschaftshilfen auch Zuschüsse für die Tourismusbranche zur Verfügung. Einige dieser Unterstützungen können sich sehen lassen und umfassen Beiträge für die Personalausgaben und decken einen Großteil der Löhne ab. Die gesetzlichen Bestimmungen dafür können sich fast monatlich ändern. Es ist also ratsam, immer wieder zu untersuchen, ob sich was verändert hat.

Wie sieht die Zukunft für B&Bs aus?

Albert Einstein sagte einmal: „Inmitten jeder Krise liegt eine große Möglichkeit“. Und die gibt es tatsächlich. Laut McKinsey Industries lag die Auslastung Anfang Mai unter 15% für Luxushotels aber bei etwa 40% im Durchschnitt. Dies deutet darauf hin, dass sich kleinere und günstigere Unterkünfte  – wie B&Bs – viel schneller erholen werden als größere Hotels. Derselbe Artikel weist darauf hin, dass diese besser in der Lage sind, Zielgruppen anzusprechen, die trotz Reisebeschränkungen aktiv geblieben sind – z.B. Langzeitgäste und Lkw-Fahrer.

Alles scheint darauf hinzudeuten, dass sich kleinere Unterkünfte schneller von der Krise erholen werden. Offensichtlich bevorzugt die Mehrheit der Reisenden kleinere Boutique-Unterkünfte gegenüber großen Hotelketten. Da Social-Distancing zur Norm wird, dürfte sich dieser Trend auf absehbare Zeit fortsetzen. Wir habe noch nicht alles überstanden. Aber es ist sicherlich ermutigend zu wissen, dass es offensichtliche und positive Anzeichen für eine Markterholung gibt. Und, dass die Zukunft für B&Bs rosig aussieht.