Wie man als Hotel den Coronavirus überlebt

Jeder Hotelier auf der Welt spricht vom Coronavirus, auch wenn er selbst vielleicht noch nicht die Folgen einer der größten Krisen unserer Zeit verspürt. Es ist kein kleiner Sturm, der sich am Horizont zusammenbraut. Deswegen sollten sich Hoteliers vorbereiten und Maßnahmen treffen, solange noch Zeit ist.

Die Herausforderungen

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus durch Regierungen auf der ganzen Welt sind tiefgreifend. Grenzen werden geschlossen, Ausgangssperren eingeführt und Flüge ausgesetzt. In einigen Fällen wurden diese Beschränkungen so plötzlich implementiert, dass Flugzeuge in der Luft umdrehen und zum Abflugflughafen zurückkehren mussten.

Die Folgenden davon haben auch in der Hotellerie Chaos verursacht. Reisebeschränkungen bedeuten, dass Hotels mit einer Flut von Stornierungen zu kämpfen haben. Und eingeschränkte Bewegungsfreiheit und Firmenschließungen verursachen einen starken Rückgang bei Neubuchungen. Restaurantreservierungen und Tagungs- und Konferenzräume sind am stärksten betroffen. Einige Hotels melden Stornierungen von bis zu 80%.

Handle und plane im Voraus

Ja, es ist beängstigend – aber keine Panik! Es gibt immer Dinge, die du tun kannst, um den Schaden zu minimieren und dich auf den folgenden Aufschwung vorzubereiten. Hier einige Vorschläge:

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um deine Betriebskosten genauer zu untersuchen…

  • Staatliche Unterstützung. Informiere dich über mögliche Unterstützung in deiner Region. Viele Behörden stellen Unterstützungspläne für Unternehmen zusammen, die dir helfen können, kurzfristig zu überleben. Das können Kredite, Lohnzuschüsse oder Steuererleichterungen sein. Viele Länder sprechen davon, Kurtaxen oder Tourismussteuern vorübergehend zu senken oder abzusetzen, bis sich der Sektor erholt.
  • Versicherung. Überprüfe deinen Versicherungsschutz. Vielleicht hast du einen Anspruch aufgrund von Betriebsunterbrechung. Dabei handelt es sich im Normalfall nicht um eine eigens abgeschlossene Versicherung, sondern sie ist Teil einer breiteren Versicherung. Eventuell ist der Versicherungsschutz auf bestimmte Arten der Betriebsunterbrechung limitiert. Um eine Entschädigung für den Covid-19-Ausbruch zu erhalten, müsstest du gemäß der Klausel „Ausbrüche übertragbarer Krankheiten“ versichert sein. Um herauszufinden, ob du abgesichert bist, solltest du so schnell wie möglich mit deinem Versicherungsvertreter reden.
  • Kosten senken. Es ist wichtig, die Ausgaben so schnell wie möglich zu senken und nach neuen Einnahmequellen zu suchen, um die Gewinne zu steigern. Ein Gourmetrestaurant in den USA hat vorübergehend geschlossen und sich als Drive-Through-Burger-Lokal neu erfunden. Not macht eben erfinderisch. Spreche nach Möglichkeit mit Lieferanten über einen neuen Zahlungsplan oder einer Verschiebung von Zahlungen, um den Cashflow zu verbessern. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um deine Betriebskosten genauer zu untersuchen. Hast du schon darüber nachgedacht, zu einem günstigeren Lieferanten zu wechseln, bist aber noch nicht dazu gekommen? Nutze die zusätzlich gewonnene Zeit, um herauszufinden, wie du Kosten minimieren und dein Geschäft optimieren kannst.
  • Kommuniziere mit deinen Gästen. Sobald deine Gäste gebucht haben, stelle sicher, dass sie nicht doch noch nervös werden. Es ist wichtig, dass sie wissen, dass du dich um sie kümmerst, indem du ihnen Nachrichten oder E-Mails sendest. Vielleicht wäre es sogar gut, sie anzurufen. Lasse sie wissen, was du tust, um die Luftqualität zu verbessern, das Hotel möglichst keimfrei zu halten und um die Gäste zu schützen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Preissenkungen in diesen Situationen nicht immer der effektivste Weg sind, um mehr Buchungen zu erhalten. Biete ihnen stattdessen eine Rückerstattung an, wenn sie ihre Reise stornieren. Erkläre deutlich, wie die Bedingungen lauten und welche Rechte sie haben. Dadurch kannst du ihnen die Angst nehmen zu buchen.
  • Bleib positiv. Die Tourismusbranche ist widerstandsfähig und es ist gut sich daran zu erinnern, dass diese Krise nicht ewig anhält. Es ist natürlich wichtig, sich auf die bevorstehenden Herausforderungen vorzubereiten. Dabei sollte aber die Planung für die Zeit danach nicht zu kurz kommen. Momentan durchleben wir zweifelsohne turbulente Zeiten. Gerade deswegen wünschen wir allen Hoteliers alles Gute für die kommenden Wochen und Monate.