Verkaufe mehr Zimmer mit einer besseren Hotelfotografie

Jeder Hotelier, egal ob er B&Bs, Hotels, Campingplätze oder Hostels besitzt, braucht gute Fotos und/oder Videos, um seine Unterkunft zu vermarkten. Diese visuellen Eindrücke sind deshalb so wichtig, weil sie oft den Erstkontakt zum Kunden bedeuten – und wir wissen, dass der erste Eindruck enorm wichtig ist. Gute Bilder können den potentiellen Gast emotional berühren und somit ein wichtiger Schritt zur abgeschlossenen Buchung sein.

Wir haben mit der Immobilien- und Interieurfotografin Anna Larson gesprochen und sie gefragt, wie Hotels vor der Kamera am besten aussehen können. Sie lies uns wissen, wie wichtig die perfekten Bilder für Hotels sind und gab uns wichtige Tipps und Tricks für alle, die ihre eigenen Fotos schießen wollen. Wenn du nach der Renovierung neue Bilder machen willst, ein Update für 2019 planst oder dich im Netz neu präsentieren willst, ist dieses Interview genau das Richtige für dich.

Kannst du uns erklären, inwiefern Hotelfotografie sich von anderen Arten der Fotografie unterscheidet?

Anna: Hotelfotografie unterscheidet sich sehr von den meisten anderen Arten der Fotografie. Man arbeitet mit leblosen Dingen, statt mit Lebewesen. Man muss Objekte so arrangieren, dass sie gut aussehen und zusammenpassen – eine Fähigkeit, die man sich mit viel Zeit und Erfahrung erarbeiten muss. Bei Hotelfotografie geht es um Raum und Komposition und darum die Vorzüge eines Zimmers hervorstechen zu lassen.

Was ist für ein Hotel wichtig, wenn es einen Fotografen auswählen will?

Anna: Am besten wäre natürlich ein Fotograf mit einem augenscheinlichen Talent für Design. Du brauchst jemanden, der sein Handwerk beherrscht und technisch gute Fotos machen kann. Gleichzeitig muss der Fotograf aber auch einen Sinn für Kunst haben. Ein guter Designer wird dein Hotel entsprechend vorbereiten und jeden Bereich mit den richtigen Requisiten ausstatten, damit der Raum perfekt zur Geltung kommt.

Also wie kann man die richtige Entscheidung treffen und den besten Fotografen finden?

Anna: Auf jeden Fall sollte man sich Instagram ansehen. Das ist der beste Ort um Fotoschätze zu finden. Suche nach Bildern, die dir grundsätzlich gefallen und danach schaue dir an, wie der Fotograf in verschiedenen Bereichen der Fotografie arbeitet. Du kannst dir auch die Webseiten von anderen Hotels ansehen. Viele der Fotos sind mit einem Copyright versehen, die dich direkt zum Fotografen bringen. Oder google einfach Webseiten und sehe dir die Online-Bilder an. Hunderte Fotos sind nur einen Mausklick weit entfernt. Es ist nicht schwer wahres Talent zu finden. Aber natürlich ist nichts besser, als dich bei Freunden und Kollegen schlau zu machen. Vertraue aber nicht nur auf Empfehlungen von Bekannten – schaue dir auf jeden Fall die bisherige Arbeit des Fotografen selbst an.

Würdest du Hotels empfehlen Fotos selbst zu machen und welche Tipps würdest du ihnen geben?

Anna: Mein bester Tipp wäre: Mache die Fotos nicht selbst! Selbst wenn du eine gute Ausrüstung hast, kann viel daneben gehen. Wenn du ein professionelles Resultat willst, dann brauchst du auch einen Profi. Aber da du mich nach praktischen Tipps gefragt hast, werde ich sie auch geben. Selbst damit ist es allerdings nicht garantiert, dass du die perfekten Bilder machen wirst – es gibt einfach zu viele Variablen.

Ich denke die folgenden 12 Punkte sind hilfreich, um ein gutes Resultat zu bekommen:

  • Mache alles blitzeblank.
  • Entferne alle persönlichen Gegenstände, Reinigungsmaterial und grelle Plastikgegenständen. Beschränke dich aufs Minimum.
  • Die Bettwäsche muss zusammenpassen. Bleibe bei neutralen Farben – am besten beige oder weiß.
  • Handtücher sollten die selbe Farbe haben – auch diese sollten neutral sein.
  • Gänge sollten komplett frei sein.
  • Versuche nicht irgendwelche Dinge zu verstecken, z.B. indem du Dinge hinter das Waschbecken oder den Schrank steckst.
  • Versuche nicht, einen gut aussehenden Boden zu verstecken. Entferne Läufer und Teppiche und versuche einen ruhigen Eindruck zu hinterlassen.
  • Mache die Fotos nie mit deinem Handy. Selbst dann nicht, wenn du das neueste Handy mit der besten Kamera hast. Glaub mir, das darf einfach keine Option sein.
  • Halbprofessionelle Kameras sind wahrscheinlich gut genug – aber gutes Licht ist der Schlüssel. Warte auf einen schönen hellen Tag.
  • Arbeit nie mit einem Blitz. Der sorgt nur für harte Linien mit Schatten und dumpfen Bildern. Natürliches Licht macht ein Foto sicher und es wirkt natürlicher.
  • Verwende ein gutes Objektiv. Heller Tag, kein Blitz. Bei einem Weitwinkelobjektiv gehe ich maximal bis zu 20. Alles andere ist zu weit und die Winkel sind nicht klar genug.
  • Ein Stativ ist ein absolutes Muss. Keine Winkel. Stell es nicht zu hoch und nicht zu niedrig ein und schieße die Fotos am besten auf den Knien.

Über die Fotografin: Anna Larson begann ihre Arbeit als Interieurfotografin für ein schwedisches Wohnmagazin und ihre Karriere erstreckt sich mittlerweile schon über zehn Jahre. Man kann ihre Arbeit auf Instagram unter anna_foxola bewundern.